Angst

Die Fähigkeit, Angst zu haben ist tief in uns Menschen verankert. Angst leistet uns gute Dienste, wenn sie uns hilft, Situationen zu meiden oder zu fliehen, die gefährlich für uns sind.

Ich habe gerade mal bei Wikipedia nachgeschaut: Seit 160.000 Jahren gibt es uns. Die ersten 159.500 waren bestimmt nicht einfach: Hunger, Kälte, wilde Tiere (Monster) … Versteck dich! Hau ab! Greif an! Das ist tief in unsere Seele programmiert.

Seit sich die Welt verändert hat steht uns die Angst oft im Weg. Keine Wölfe, die Finanzmarktkrise treibt uns aus unserer Höhle. Wir sind nicht mehr im Urwald, aber die Urwald-Angst: die ist noch da. Wie ein Tier in einem Zoo, das unsinnige Verhaltensmuster im Käfig weiterführt.

Wie Sisyphos (Wikipedia), der den ganzen Tag seinen Stein rollt und darum nicht an den Sinn des Lebens oder den Tod zu denken braucht. Dieser Gedanke kam mir bei Xenias Post.

Oder wie Kinder, die im Dunklen Gespenster und Monster sehen. Ich kann mich an diese Zeit noch gut erinnern: Die waren da, die fürchterlichen Fratzen und Hände, die nach mir griffen. Bis Mama oder Papa kamen, das Licht anmachten, unter das Bett guckten und sagten: „Alles in Ordnung.“

Ich finde Amis Post sehr rührend, wo sie beschreibt, wie sie Rituale erfindet, um der Angst ihres Sohnes zu begegnen, die Monster aus dem Fenster zu werfen. Seien wir doch nett zu dem Teil von uns, der schon so uralt ist und uns durch die Jahrtausende so gut gedient hat!

Und wie immer man zu Halloween stehen mag („das ist doch unser Re-for-ma-tions-tag!“): eine gute Gelegenheit sich mit unserer alten Begleiterin auf guten Fuß zu stellen.

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